Musik im Gottesdienst

Isaac war unzufrieden. Jedes Mal, wenn er den Gottesdienst verließ. Die gemeinsamen Lieder, die dort gesungen wurden, gingen einfach gar nicht. In seinen Ohren war das alles ein einziger monotoner Krach ohne echte Abwechslung und Farbe.

Er fraß seine Unzufriedenheit nicht in sich hinein, sondern machte sich auf dem Weg zwischen Kirche und Sonntagsbraten immer wieder Luft. Sein Vater hörte zu, geduldig und immer wieder. Bis er schließlich die alles entscheidenden Sätze sagte: “Dann mach es doch eben selber. Fang an und schreibe deine eigenen geistlichen Lieder, so,wie sie dir gefallen und wie du am besten deinen Glauben ausdrücken kannst.”

Genau das tat er. Er zog sich zurück und verbrachte viele Monate damit, Musik für Gottesdienste zu schrieben. Lieder, deren Melodien sein eigenes Herz berührten, in denen er etwas von der Nähe zu seinem Gott spürte. Und er blieb mit seinen Melodien nicht allein. Musiker fingen an, seine Stücke zu spielen. Schnell wurde er bekannt.

Gleichzeitig wuchs auch der Widerstand. Menschen weigerten sich in den Gottesdiensten mitzusingen. Sie vermissten mit einem Mal ihre vertrauten Melodien. Manche Titel waren ihnen einfach zu laut, andere enthielten für sie zu wenig Tiefgang oder eine fragliche Lehre. Manche, bis dahin treuen Gottesdienstbesucher, verließen aus Protest die Veranstaltungen, sobald ein Lied von Isaac gespielt wurde. Andere wandten ihrer Gemeinde ganz den Rücken zu und suchten sich Gottesdienste, wo man “ihre” Musik machte. Und immer wieder und wieder gab es wilde Diskussionen darüber, wie sich  “richtige” Musik im Gottesdienst anhören muss.

Isaac Watts starb 1784 in London und hinterließ uns Lieder, wie “Freue dich Welt” oder “Schau ich zu deinem Kreuze hin”.

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2 thoughts on “Musik im Gottesdienst

    • Ich denke, ich kann nur dann aus der Geschichte lernen, wenn ich sie kenne. Wenn ich mir Zeit nehme, sie zu studieren und sie einfach nur aus einem gewissen Abstand heraus neutral betrachte, dann kann ich hier Lösungen finden. Dort, wo ich mich weigere, Geschichte kennen zu lernen, dort bringe ich mich um die Chance, etwas für meine gegenwärtigen Fragen zu lernen.

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