Sehnsucht nach Gemeinschaft

Es steckt in uns. Diese große Sehnsucht nach echter, tiefer Gemeinschaft. So wurden wir geschaffen und das entspricht unserem Wesen. Es ist nicht gut, dass wir allein sind. Aber machen wir uns nichts vor. Oft genug haben wir erlebt, wie wir bitter enttäuscht wurden. Weil es einfach nicht funktioniert hat.
Gemeinden sind da keine Ausnahme. Oft bestätigen sie die Regel. Auf der anderen Seite: Wenn die Sehnsucht da ist und wenn wir hier ncht von etwas Abstrakten träumen, sondern von etwas, was in uns angelegt ist, dann muss es doch möglich sein. Dann muss es möglich, dass Gemeinden nicht bloß Veranstaltungszentren sind, sondern zu Orten werden, wo Heimat und liebevolle Nähe zum Greifen nahe sind. ##

Wie kann Gemeinschaft wachsen? In einem ganz anderen Zusammenhang habe ich etwas über Neuberger und Kompa gelsen. Sie haben einmal die Faktoren zusammengestellt, die für eine gelungene Unternehmenskultur entscheident sind. Wenn wir hier nur ein paar Vokabeln austauschen und ein paar andere Begriffe einführen, kommen wir hier ein ganzes Stück weiter.
Demnach gehören zu einer Gemeinschaft, die in die Tiefe geht, gerade einmal 5 Bausteine:

1. Vernetzung
Damit ist zunächst gemeint, dass es Orte und Gelegenheiten gibt, an denen sich Menschen überhaupt begegnen können. In der Gemeinde kann das der Gottesdienst, der Hauskreis oder was weiß ich noch sein. Dieser Punkt klingt so selbstverständlich, dass er droht, lächerlich zu wirken, aber ohne Begegnung keine Beziehung.
Aber Begegnung ist mehr als in einem Raum zu sein. Begegnung ist Kommunikation. Seien es Worte, Gesten oder auch bestimmte Rituale.
Und wenn Begegnung in erster Linie Kommunikation ist, dann kann Begegnung auch dann stattfinden, wenn wir uns nicht sehen. Das einfachste Beispiel dazu ist sicherlich das Telefon, das uns hilft, auch Menschen zu treffen und ihnen nahe zu sein, selbst wenn sie am anderen der Welt unterwegs sind. Wir müssen uns nicht sehen, um uns zu begegnen. Wir müssen in Kontakt bleiben, uns mitteilen. So entsteht ein Wir-Gefühl, eine unsichtbare Verbundenheit. Die Basis für eine gute Gemeinschaft.

2. Verlebendigung
Aus dem Wir-Gefühl kann nun ein Miteinander werden.

Wenn Fremde nicht nur begrüßt werden, sondern wir sie fühlen lassen, dass sie wirklich willkommen sind.
Wenn ich im Gottesdienst sitze und dem anderen nicht nur freundlich zunicke, sondern anfange, mit ihm zu reden, zu fragen, wer er ist.
Wenn Menschen andere in dem was sie tun motivieren, statt nur ihre Fehler zu unterstreichen und sie zu kritisieren.
Hier kann nach und nach etwas sichtbar werden, was lebensnotwenig für eine Gemeinschaft ist, die über die flüchtige Begenung hinaus leben übereben möchte: Ich erkenne den Sinn, warum es gut ist, hier bei anderen Menschen zu sein. Das macht jede GEmeinschaft anziehend.

3. Verinnerlichung
Das bedeutet, dass eine Gruppe von Menschen anfängt, ihre Beziehungen und ihr Handeln selbststädnig zu steueren und zu gestalten, statt von außen gesteuert zu werden. Dort, wo das nicht gelingt, regiert die Angst, Fehler zu machen oder ständig steht die Frage im Raum, was andere wohl denken, wenn man nun etwas Neues wagt. Eine Gemeinschaft, die auf dem Weg in die Tiefe zueinander ist, wird sich fragen, was gut für sie ist und nicht, was andere von ihr erwarten.

4. Vertiefung
Ein weiterer Baustein ist der Mut, sich verletzlich zu machen und sich anderen zu öffnen. Indem ich offen erzähle, worüber ich mich freue, wovor ich Angst habe und wie ich bestimmte Situationen deute, lade ich andere Menschen hinter die Kulissen meines Lebens ein.
Ich denke, zuoft wird der Fehler gemacht, mit diesem Punkt zu unachtsam und zu grob umzugehen. Es braucht Zeit, bis Menschen anfangen, solche Geheimnisse von sich preis zu geben.

5 Verewigung
Damit sind die Geschichten gemeint, die wir teilen. Die Erlebnisse, die uns zusammenschmieden, die Krisen, die gemeinsam durchstanden werden, die Projekte, die miteinander gemeistert werden oder auch die Niederlagen wo wir gemeinsam heulend vor einem Scherbenhaufen stehen und trauern.
Daraus werden die Geschichten, die wir uns auch nach 20 Jahren noch auf Geburtstagsfeiern oder am Lagerfeuer erzählen und die uns eng miteinander verbunden haben.

Diese Bausteine sind keine Rezepte und vor allem: Sie sind nicht steuerbar. Als Gemeindeleitung kann ich keine gute Gemeinschaft machen. Ich kann Hindernisse aus dem Weg räumen und ich kann Räume schaffen, damit Menschen sich begegnen können. Mehr nicht.
Der Rest liegt bei dir und bei mir. Es ist deine und meine Entscheidung, wie stark wir uns hineingeben und uns öffnen. Und von der Frage, ob wir bereit sind, unsso anzunehmen, wie Jesus uns angenommen hat oder ob wir unsere Erwartungen und Forderungen aufeinander projezieren und uns so ständig überfordern und uns fremd bleiben.

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