Christian Wulff

Ich habe mir gerade die Rücktrittserklärung unseres Präsidenten angehört und versuche aus dem schlau zu werden, was da passiert ist.
Sicher, er hat Fehler gemacht und scheinbar hat er in seiner Rolle als Ministerpräsident Menschen Vorteile eingeräumt. Ich würde den Ärger und den Druck auch verstehen, der auf ihn ausgeübt wird, wenn wir in einer anderen Kultur leben würden. In einer Kultur, in der man nicht über die lacht, die selbst bei der Steuererklärung bei der Wahrheit bleiben, wo der Ehrliche nicht der Dumme ist und wo nicht ständig danach geschaut wird, wie man dafür sorgt, jeden auch noch so kleinen Vorteil für sich zu nutzen.

Ich würde den Protest verstehen, wenn Menschen, die unser Land führen danach ausgesucht und beurteilt werden, ob sie tatsächlich unserem Land dienen wollen, statt danach, ob sie unterhaltsam sind und die Steuern senken.

Christian Wulff ist sich sicher, dass die Vorwürfe, die man ihm macht, restlos aufgeklärt werden, aber ganz ehrlich: Wer will das denn jetzt noch? Ist das denn jetzt noch nötig?
Kann es sein, dass es gar nicht um Ehrlichkeit und Neutralität ging, sondern vor allem um die Kritik an der Institution des Bundespräsidenten? Darum, es „denen da oben“ mal wieder gezeigt zu haben und darum, mal ein wenig Macht zu fühlen?

Den alten Vorschlag von Jesus, dass derjenige, der ohne Schuld ist, den ersten Stein werfen soll, finde ich gerade in diesem Zusammenhang immer noch unübertroffen gut.

Barmherzigkeit.
Vergebung.