Ist Geist geil?

Gestern habe ich laut gedacht. Bei Facebook. Die Frage, die ich mir gestellt habe: Ist „Geist ist geil“ ein guter Titel für eine Pfingstpredigt? Die Reaktionen auf mein Denken waren spannend, lassen sich aber in einem Satz zusammenfassen. Einige fanden die Idee gut, andere nicht.
Nun wollte jemand wissen, ob ich es durchziehe oder nicht. Um es kurz zu machen: Nein. Denn unter uns gesagt, halte ich den Titel für ziemlich daneben und zwar aus diesen Gründen:

1. Ich werde damit gerade ältere Menschen ärgern und dafür sorgen, dass sie mir nicht zuhören wollen 
„Geil“ hat für meine Generation und alle die nach uns kommen, keine ausschließlich erotische Bedeutung mehr. Nun glaube ich zwar, dass Gott auch erotische Seiten hat und dass Erotik eine feine Sache ist, aber der Begriff ist für viele einfach negativ besetzt.

2. Der Titel erinnert an eine Wertevermittlung, zu der ich nicht stehen kann
Als Saturn mit dem Slogan „Geiz ist geil“ auf dem Markt erschien, haben viele gelächelt und aus meiner Sicht dabei leider übersehen, dass dahinter eine ressourcenverachtende Grundhaltung steckt. Wertvolle Elektronikartikel werden zur Ramschware, bei der es oft genug nur darum geht, sie schnell zu besitzen, sich kurz und intensiv von ihr faszinieren zu lassen, um sie dann möglichst schnell gegen ein neues Gerät einzutauschen. Ich denke, den Geist Gottes sollten wir nicht vor diesen Karren spannen.

3. Der Slogan ist alt
Saturn hat sich von ihm schon wieder verabschiedet.  Ihn jetzt als Titel zu übernehmen, würde wieder einmal das Image der Kirche unterstützen, dass auch wir immerhin schon im Gestern angekommen sind.

Ja, ich glaube, dass ein Leben mit dem Heiligen Geist eine der wertvollsten Dinge im Leben überhaupt ist (ja, es ist geil, mit ihm zu leben). Wir haben durch ihn eine Freiheit bekommen, die uns den Atmen rauben wird, wenn wir sie auch nur ansatzweise verstehen, aber Geist ist nicht geil.